Russisches Roulette und der Fuchsbandwurm

Seit 2 Monaten sind wir stolze Besitzer eines 2jährigen Golden Retrievers (Jason). Da er leider bereits Knieprobleme hat, bin ich also zur Abklärung beim Tierarzt vorbeigegangen.

 

Bei dieser Gelegenheit hat mich dieser darüber aufgeklärt, was ich alles noch mit Jason machen muss, damit er rundum versorgt ist (sprich Impfungen etc.). Über Impfungen habe ich eine eigene Meinung und die entspricht leider nicht der des Arztes.

 

Zusätzlich klärte er mich über die Folgen des Fuchsbandwurmes auf. Dieser ist nämlich für den Hund ungefährlich, kommt er aber mit Menschen in Kontakt, kann die daraus erfolgende Erkrankung bei 90 % zum Tode führen (laut Internetangaben). Das ist natürlich alles andere als erfreulich.

 

Aus diesem Grunde solle man dem Hund 4x jährlich Tabletten gegen den Fuchsbandwurm geben, er müsse aber betonen, dass dies keine präventive Wirkung habe. Kaum ausgesprochen und bevor ich überhaupt reagieren konnte, hatte ich die dafür richtigen Medikamente bereits in den Händen.

 

Also entweder bin ich doof, der Tierarzt ist es, er hat nicht begriffen, was das bedeutet oder er versucht einfach seinen Umsatz zu steigern (in der Annahme, ich komme sowieso nicht nach). Mir ist momentan selber nicht klar, was davon zutrifft, aber ich erkläre hier gerne einmal, wie ich das verstanden habe:

 

Die Einnahme der Tabletten nützt nur gerade im Moment. Ich kann mich aber bereits einen oder mehrere Tage vorher angesteckt haben. Oder anschliessend einen Tag danach, wenn sich der Hund auch damit infiziert. So wie ein Abführmittel, das unmittelbar nach der Einnahme wirkt, aber einen Tag später natürlich nicht mehr.

 

Natürlich merkt man dem Hund auch nicht an oder sieht es im Stuhlgang (so wurde mir vom Arzt erklärt), ob er sich mit dem Fuchsbandwurm angesteckt hat.

 

Stattdessen gebe ich dem Hund einfach an 4 Tagen im Jahr Tabletten, in der Hoffnung, die richtigen infizierten (oder auch nicht) Tage erwischt zu haben. Ich decke also gerade etwas mehr als 1 % ab. An all den anderen Tagen bete ich zu Gott, dass ja nichts passiert, oder was?

 

Das ist ja wie russisches Roulette (Ein Glücksspiel, bei dem eine Patrone in die Trommel des Revolvers geladen wird. Anschliessend wird die Trommel so gedreht, dass man nicht weiss, wo sich die Patrone befindet. Der Revolver wird an die Schläfe gehalten und abgedrückt.) nur umgekehrt.

 

Oder ich nehme einen Kalender, hänge ihn an die Wand und werfe 4 Dartpfeile darauf und gebe die Medikamente an den Tagen, die getroffen wurden.

 

Alternativ könnte ich auch einfach an jedem Tag Tabletten geben, das würde wahrscheinlich dem Fuchsbandwurm keine Chancen lassen. Die Frage stellt sich hier nur, was sonst dabei alles noch kaputt geht...

 

Ich habe für mich beschlossen, diesen Unsinn sein zu lassen, Vertrauen ins Universum zu haben (was sowieso sehr wichtig ist) und nicht in Ängsten zu vergehen. Weil würde ich mir weiter Gedanken über all' die möglichen Gefahren machen, die laut unseres Tierarztes in der bösen Welt auf Jason (oder mich) warten, kann ich mir gleich den Schuss geben (oder russisch Roulette spielen?!?!) und würde mir nie mehr im Leben ein Tier anschaffen.

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