Fr
23
Apr
2010
In meiner Praxis sehe ich viele Menschen, die genau so wie ich auf der Suche nach Spiritualität oder ihrem Sinn des Lebens sind. Daher dachte ich mir, weshalb soll ich nicht meine Erfahrungen mit andernen Suchenden teilen? Vielleicht hat der Eine oder Andere ähnliche Erfahrungen gemacht wie ich oder hat sich die gleichen Fragen schon gestellt. Wie auch immer, ich wollte auf alle Fälle einmal niederschreiben, was mich zwischendurch so beschäftigt.
Als ich die ersten Male mit medialen Menschen konfrontiert wurde, habe ich automatisch angenommen, dass mediale Menschen auch spirituell seien. Zwar kannte ich damals den Begriff Spiritualität noch nicht, aber ich nahm an, dass diese Menschen herzlich und nett seien und für alle das Beste möchten.
Tja, da war ich wohl sehr naiv, lach. Dementsprechend waren auch meine Erfahrungen. Ich habe lange Zeit nur mediale Lehrerinnen erlebt, die auf mir rumgehackt haben, mich verbal angegriffen haben oder einmal wurde mir sogar in einem Seminar (dass bei mir zu hause statt fand!) etwas sehr Persönliches, was ich mit der Lehrerin in einem privaten Gespräch besprochen hatte, vor allen Seminarteilnehmern an den Kopf geworfen. Ich war dermassen überrascht, schockiert und konnte es nicht fassen, dass ich mich gar nicht wehrte. Erst im nachhinein schrieb ich ihr, dass ich mit diesem Verhalten nicht einverstanden war und dass dies ein Vertrauensmissbrauch war.
Ich war soweit, dass ich mir sagte, wenn dies Spiritualität sein sollte, verzichte ich dankend! und verlangte von der geistigen Welt einen Mentor. Ansonsten ich mit Sprititualität, Medialität oder sonst irgend einer "tät" nichts mehr am Hut haben wollte.
Und dieser Mentor wurde mir kurze Zeit später frei Haus geliefert, smile. Nun durfte ich die Medialität auf herzerwärmende Art kennenlernen und keiner haute mir mehr dauernd eine auf den Kopf. Sondern ich wurde ermutigt und gefördert und konnte so ohne Angst meine ersten Schritte in die Medialität machen.
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Bevor ich nun weiterschreibe, möchte ich zuerst die Begriffe Spiritualität und Medialität erklären.
In Wikipedia wird Spiritualität wie folgt definiert:
"Spiritualität (v. lat.: spiritus = Geist, Hauch) bedeutet im weitesten Sinne eine Form von Geistigkeit als Gegensatz zum rein rationalen Denken und einer materiellen Körperlichkeit. Sie steht für die gelebte Verbindung zum Formlosen, göttlichen, transzendenten oder der Unendlichkeit. Sie ist auch eine Art Lebenspraxis. Sie bezeichnet das Bewusstsein, dass die menschliche Seele ihren oder der menschliche Geist seinen Ursprung einer göttlichen oder transzendenten Instanz verdankt oder zu einer absoluten höheren Wirklichkeit in Beziehung steht. "
Spiritualität bedeutet für mich eine soweit möglich bewusste Beschäftigung mit Sinn- und Wertfragen des Daseins, der Welt und der Menschen und besonders der eigenen Existenz und seiner Selbstverwirklichung im Leben. Ein wichtiger Aspekt ist für mich auch, wie ich mit anderen Menschen umgehe. Ein spiritueller Mensch behandelt andere Menschen und Tiere mit Anstand und Respekt und bringt auch eine gewisse Nächstenliebe mit sich. Er freut sich auch über den Erfolg anderer Mitmenschen und stellt nicht nur sich selber in den Vordergrund. Spiritualität bedeutet für mich auch ein ganzheitliches Denken und Handeln (siehe spirituelle Gesetze).
Für die Medialität eine Begriffserklärung zu finden, ist nicht ganz so einfach. Daher nachfolgend mein Verständnis von Medialität:
Neben unseren 5 üblichen Sinnen (riechen, hören, fühlen, sehen und schmecken) wird oft auch vom sogenannten 6. Sinn gesprochen. Sie denken z. B. an einen alten Bekannten und ein paar Stunden später begegnen Sie ihm. Oder irgendwie haben Sie das Gefühl, nicht dieses Flugzeug zu nehmen. Sie tun es nicht und erfahren im nachhinein, dass es abgestürzt ist.
Man kann hier auch von Intuition reden oder eben von gelebter und angewandter Medialität. Medialität, welche hier (bewusst oder unbewusst) im alltäglichen Leben genutzt wurde. Diese Form lässt sich übrigens sehr gut fördern: je mehr man sich auf sein "Bauchgefühl" (Intuition) verlässt, desto mehr zieht man sie auch in sein Leben. Aber bitte: den gesunden Menschenverstand nicht vergessen! Ohne Fallschirm aus dem Flugzeug zu springen, hat definitiv nichts mit Medialität oder Intuition zu tun, sondern ist schlicht und einfach eine schlechte Entscheidung...
In der Medialität wird unter folgenden Erscheinungsformen unterschieden:
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Ein medialer Mensch muss also nicht zwangsläufig spirituell sein. Genauso wie ein spiritueller Mensch nicht automatisch die Medialität nutzen muss.
Und genau das habe ich damals falsch verstanden. Medialität kann ja nicht nur für das Positive genutzt werden, sondern auch für die dunkle Seite, d. h. zum Schaden von jemandem. Und solch' ein Verhalten ist nun definitiv nicht spirituell.
Unterdessen begegne ich immer noch zwischendurch medialen Menschen, die sogar Spiritualität predigen, aber in der nächsten Minute ein Verhalten an den Tag legen, welches alles andere als spirituell ist. Passiert ist mir das bei einem Vortrag eines bekannten englischen Mediums. Ihr Verhalten war sogar äusserst rüde.
Nach solchen Vorfällen bin ich jeweils äusserst erschüttert und kann einfach nicht verstehen, wie Menschen sich so benehmen können. Sie sind einfach nicht mehr authentisch. Für mich verlieren sie sofort an Glaubwürdigkeit.
Die Frage stellt sich aber für mich, wieso ich dann überhaupt mit solchen medialen Menschen konfrontiert werde.
Ich denke, dass wohl jeder einzelne Punkt zutrifft und vielleicht sehe ich einige wichtige Lernpunkte noch gar nicht. Auf alle Fälle habe ich wahrscheinlich doch schon etwas dazu gelernt, denn heute merke ich es, bevor ich ein Seminar buche und mitten im Dilemma stecke, smile. Ich hoffe, das bleibt so, Holz anfassen ;-)
Eine weitere Frage stellt sich natürlich für mich auch noch: verhalte ich mich denn immer spirituell meinen Mitmenschen gegenüber?
Wahrscheinlich auch nicht immer, könnte ich mir vorstellen. Mit Sicherheit habe ich zwischendurch durchaus nicht sehr spirituelle Gedanken, smile. Läuft ein Tag einmal schlecht, ist die Hürde für "eine geistige Umweltverschmutzung" nicht sehr hoch. Trotzdem ist es mir ein grosses Anliegen, selber ein spirituelles Verhalten an den Tag zu legen und hoffe, dass mir das immer öfter noch gelingt.
Aber an einem Punkt muss ich noch arbeiten: unterdessen habe ich nämlich nicht mehr wirklich den Mut, Menschen kennen zu lernen, die ein Buch geschrieben haben, lach. Tja, Angst vor Enttäuschung, nicht wahr? Aber man kann nun wirklich nicht alle Autoren in den gleichen Topf werfen, daher nehme ich mir vor, bei Gelegenheit heraus zu finden, ob es auch mediale Autoren gibt, die nicht nur spirituell schreiben, sondern auch spirituell handeln... ;-)
In diesem Sinne, vielen Dank für's Lesen meines 1. Blog's und ein schönes Frühlingswochenende
Brigitte Sieber